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Zukunft nach dem Studium

Und, wie geht’s dann weiter? – Die Frage nach der Zukunft

Wer kennt diese Situation nicht? Man trifft alte Bekannte, Freunde, Familienmitglieder. Neben den üblichen Höflichkeiten kommt früher oder später auch die Frage zum Studium. Nachdem man stolz erzählt hat, dass man bereits im letzen Semester ist und sich das Studium dem Ende neigt, diese eine Frage: “Und, wie geht’s dann weiter?”. Diese Frage nach der Zukunft, deren Antwort ich selbst immer noch nicht kenne und diese Frage, die mir, wie schon früher, ein komisches Gefühl bereitet.

same same, but different

Ich fühle mich gerade wieder so, wie die meisten nach dem Schulabschluss bzw. dem Abitur. Man sieht die hundert verschiedenen Möglichkeiten, die hundert verschiedenen Türen, die alle in eine andere Richtung führen und die hundert verschiedenen Konsequenzen. Man stellt sich wieder die gleichen Fragen wie die Jahre zuvor: “Was will ich genau machen?”, “Will ich arbeiten oder studieren?”, “Wie sieht es finanziell aus?”, “Was werden meine Eltern und Freunde sagen? und vor allem “Treffe ich die richtige Entscheidung?!”

Nachdem ich meine Entscheidung für mein jetziges Studium getroffen hatte, dachte ich mir, jetzt ist alles klar – der Weg ist gewählt, diesem Weg folgt man nun in der nächsten Zeit. Jetzt, eine paar Jahre später, steht man doch irgendwie wieder am gleichen Punkt wie damals, vor der gleichen Entscheidung.

Hätte mich damals, nach dem Abitur, jemand gefragt, wie ich mir mein berufliches Leben in 5 Jahren vorstelle, hätte ich eine klare Vorstellung gehabt:

Meine Zukunft: Erfolgreiches Studium – Sehr guter Abschluss – Super Arbeit

Um auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen: Ich bin jetzt immer noch nicht weiter. Noch immer weiß ich nicht genau, was ich machen will, was ich später einmal werden will, wie ich mir dahingehend meine Zukunft genau vorstelle. Und dieses Unwissen fühlt sich einfach falsch an. Es wird erwartet, dass man seinen Werdegang genau durchgeplant hat und noch dazu, alles in minimaler Zeit und mit maximalen Erfolg durchgeführt hat.

Auch die Reaktion von Freunden, oder gar der Familie, lässt da manchmal zu wünschen übrig. Wird man gefragt, wie es denn weitergehe und man antwortet, dass man noch am überlegen ist, sind die häufigsten Kommentare: “Ich könnte ja nicht mehr zur Schule gehen”, “Dieses ganze Lernen, das wäre nun wirklich nichts mehr für mich” oder gar “Reicht es denn nicht mal mit Studieren?”. Ja zugegeben, es ist nichts für jeden – man muss es wirklich mögen. Aber jemanden so die Ablehnung spüren zu lassen, oder dadurch zu versuchen, jemanden in das Gewissen zu reden, ist auch nicht wirklich fair. Vor allem dann, wenn man selbst eh schon mit sich zu kämpfen hat.

Back again

Nun ja, gefühlsmäßig bringt mich die Frage “Und, wie geht’s dann weiter?” wieder an den gleichen Punkt wie vor ein paar Jahren. Aber ich merke auch, dass ich mich in dieser Zeit verändert habe. Blicke ich zurück, bin ich stärker geworden, bin an meinen Herausforderungen gewachsen, nehme vieles nicht mehr so ernst und habe begonnen, für mich einzustehen. Und wenn man es so sieht, dann kann man doch in gewisser Weise stolz auf sich sein. Daher werde ich jetzt auch versuchen, mich durch diese eine Frage nicht mehr aus der Ruhe bringen zu lassen. Ich werde versuchen, dieser Ungewissheit positiv entgegenzublicken – schließlich ist es ja auch herausfordernd nicht zu wissen, was kommt. Und diese Einstellung sollten alle haben, die sich in der gleichen, oder einer ähnlichen Situation befinden – Zum Schluss hat ja doch alles irgendwo irgendwie seinen Sinn.

 

Quelle: Beitragsbild

 

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